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08.03.2026 Kategorie: Pfarrverband

Reinhard Mey in der Kirche Sottmar

Liederandacht mit Thorsten Jähnel

Nein, natürlich nicht! Aber mit seiner Gitarre gestaltete Thorsten Jähnel einen abwechslungsreichen Abend mit Liedern des bekannten Liedermachers. Die musikalische Andacht am Samstag, dem 7. März, in der Kirche Sottmar stieß auf große Resonanz. Zahlreiche Besucherinnen und Besucher waren gekommen, sodass die Kirche gut gefüllt war.

Viele der Stücke waren dem Publikum vertraut und luden zum aufmerksamen Zuhören, Schmunzeln und Nachdenken ein. So durfte „Über den Wolken muss die Freiheit wohl grenzenlos sein“ und „Gute Nacht, Freunde“ nicht fehlen. Hoch aktuell und tief beeindruckt hat mich der Titel „Nein, meine Söhne geb’ ich nicht“. Die poetischen Texte und eingängigen Melodien von Reinhard Mey entfalteten in der besonderen Atmosphäre der Kirche ihre ganz eigene Wirkung.

Den geistlichen Rahmen der Veranstaltung gestaltete Pfarrer Sebastian Maurer. Mit kurzen Impulsen und verbindenden Worten griff er Themen aus den Liedern auf und stellte Bezüge zum Glauben und zum Alltag her. So entstand eine stimmige Verbindung von Musik, Besinnung und gemeinschaftlichem Erleben.

Die Pause wurde mit einem Witz eingeleitet. Wörtlich kann ich ihn nicht mehr wiedergeben, aber inhaltlich:

Ein junger Novize kommt in ein Kloster. Er ist voller Fragen und möchte das Geheimnis des Lebens verstehen. Nach einigen Wochen fasst er sich ein Herz und geht zum alten Abt. „Vater Abt“, sagt er ehrfürchtig, „ich bete, ich arbeite, ich lese in den Schriften. Aber eine Frage lässt mich nicht los: Was ist eigentlich der Sinn des Lebens?“ Der Abt schaut ihn freundlich an und sagt: „Komm heute Abend zum Essen, dann will ich dir antworten.“ Beim Abendessen sitzen alle Mönche schweigend im Refektorium. Suppe wird ausgeteilt, Brot herumgereicht. Der Abt sitzt neben dem Novizen, nimmt einen Löffel Suppe, schaut auf den Tisch und sagt ruhig: „Bruder, würdest du mir bitte das Salz reichen?“ Der Novize gibt ihm das Salz. Der Abt streut ein wenig in die Suppe, nickt zufrieden und beginnt zu essen. Nach dem Essen wartet der Novize gespannt. Schließlich fragt er: „Vater Abt… und die Antwort?“ Der Abt lächelt und sagt: „Mein Sohn, das war die Antwort. Im Kloster – und im Leben – geht es meist nicht um große Geheimnisse. Es geht darum, dem anderen das Salz zu reichen, wenn er es braucht.“

In der Pause waren die Gäste eingeladen, bei Getränken miteinander ins Gespräch zu kommen. Auch diese Gelegenheit zum Austausch wurde gerne genutzt und trug zur entspannten und freundlichen Atmosphäre des Abends bei.

Am Ende blieb bei vielen Besucherinnen und Besuchern der Eindruck eines besonderen Abends: Musik, die berührt, Texte, die nachklingen, und eine Kirche, die einmal mehr zu einem Ort der Begegnung und der gemeinsamen Besinnung wurde.

Thorsten Jähnel

Letzte Vorbereitung in der bereits gut gefüllten Kirche

Beitrag von Frank Jeske