Beim Weltgebetstag geht es darum, Land, Leben und Glauben anderer Länder kennenzulernen. Dabei wird sichtbar, wie vielfältig und reich die Möglichkeiten sind, Glauben zu leben und zu erleben.
Die Liturgie des diesjährigen Weltgebetstags kam aus dem westafrikanischen Nigeria und stand unter dem Titel „Kommt! Bringt eure Last.“ Am Freitag, den 6. März, wurde dieser besondere Gottesdienst wieder rund um den Globus gefeiert.
Auch in die Christuskirche Groß Denkte hatte das Weltgebetstagsteam eingeladen. Viele Besucherinnen und Besucher aus dem Dorf und der Kirchenregion Asse folgten der Einladung. Gemeinsam wurde das Land Nigeria mit seinen Menschen, seiner Kultur und auch mit seinen Herausforderungen vorgestellt.
Mit über 230 Millionen Einwohnern ist Nigeria das bevölkerungsreichste Land Afrikas. Trotz reicher Erdöl-, Erdgas- und Goldvorkommen lebt ein großer Teil der Bevölkerung in Armut. Der Ölreichtum führt zudem zu einer anhaltenden Umweltkatastrophe. Seit Beginn der Ölförderung im Jahr 1958 sind Gewässer, Böden und Luft im weitläufigen Nigerdelta stark belastet. Für viele Menschen bedeutet die Zerstörung des Ökosystems auch den Verlust ihrer Lebensgrundlage, da Fischerei und Landwirtschaft kaum noch möglich sind. Armut und Arbeitslosigkeit begünstigen zudem gewalttätige Konflikte. Viele Alltagslasten sind sichtbar. Andere, wie häusliche Gewalt, bleiben oft im Verborgenen.
Dennoch bewahren sich viele Menschen in Nigeria ihre Hoffnung und ihren Glauben. Diese Hoffnung brachten die Frauen des Landes in Gebeten, Liedern und berührenden Lebensgeschichten zum Ausdruck.
Während des Gottesdienstes wurden zwischen Liedern und Gebeten verschiedene Geschichten von Frauen und Kindern dargestellt. Erzählt wurde zum Beispiel von den schulischen Schwierigkeiten eines Mädchens, das dank der Unterstützung ihrer Freundinnen und ihres Glaubens neuen Mut fand. In einem Dialog berichteten außerdem zwei Witwen, eine junge Nigerianerin und eine ältere deutsche Frau, von ihren Sorgen und Lasten. Dabei wurde deutlich, wie unterschiedlich ihre Lebenssituationen sind, aber auch, wie sehr Gemeinschaft und Glaube helfen, schwere Zeiten zu ertragen.
Eine weitere Geschichte machte die Last religiöser Verfolgung deutlich. Sie erzählte von den großen Ängsten einer christlichen Mutter, deren Tochter von extremistischen Gruppen wie Boko Haram oder dem IS entführt werden könnte. Auch hier zeigte sich, wie der Glaube und das Gebet Kraft geben, den Alltag zu bewältigen und hoffnungsvoll in die Zukunft zu schauen. Trotz vieler Schwierigkeiten vermittelt die Liturgie auch ein anders Bild von Nigeria: ein lebendiges Land voller Hoffnung. Der zentrale Gedanke lautet: „Es wird schon werden – Gott ist da.“
Mit dem Vaterunser, dem Segen und dem Lied „Der Tag ist um“ ging der Gottesdienst zu Ende. Im Anschluss waren alle in den Saal des Gemeindehauses eingeladen. Neben leckeren Salaten, Kuchen, Brötchen, Mettbällchen und Obst gab es auch nigerianische Spezialitäten wie Jollof-Reis, Beans and Plantain sowie Kokosbällchen. Landestypischer Hibikus-Ingwer-Tee und das erfrischende Getränk Chapman rundeten das Buffet ab.
So klang der Weltgebetstag „Kommt! Bringt eure Last“ nach vielen Gesprächen, gut gestärkt und in bester Stimmung aus.
Rund 800.000 Menschen in Deutschland folgen jedes Jahr der Einladung zum Weltgebetstag. Im Jahr 2025 kamen dadurch deutschlandweit Spenden und Kollekten in Höhe von mehr als 2,2
Millionen Euro zusammen. Das Deutsche Komitee des Weltgebetstags unterstützt damit mehr als 100 Partnerorganisationen, die sich weltweit für Frauen und Mädchen einsetzen. Die Kollekte des Weltgebetstags in Groß Denkte ergab eine Summe von 259,20 Euro.
Vielen Dank an alle, die zum Gelingen dieses Abends beigetragen und die Arbeit des Weltgebetstags – auch mit ihrer Spende – unterstützt haben!








